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-Physik Grundkurs bei Frau Rafler


Freitag, 13.28 Uhr. Sitzecke, 3. Etage, 12 versteinerte Gesichter. Frau Rafler, an uns vorbeischwebend, ruft elangeladen: „ Na, dann woll`n wir mal ...“.

Wir folgen ihr in 2er Reihen und betreten den Physikraum. Wir nehmen unsere Plätze ein und harren voller Vorfreude der Dinge, die da kommen mögen.

Als erstes bittet Frau Rafler uns fröhlich, eine kleine, leicht verständliche und total unkomplizierte Übungsaufgabe zu „lösen“, um nach einem kurzen Vergleich der Ergebnisse ( ja, ab und zu [leider nicht immer öfter], gibt es sie doch und praktischerweise immer in sehr vielen Varianten) in den neuen HOCHINTERESSANTEN Stoff einzusteigen. Doch urplötzlich geschehen merkwürdige Dinge im Raum :

Cornelia Rafler

Gähnen greift um sich und es ist uns nicht mehr möglich aufrecht zu sitzen. Bis zum heutigen Datum ist ungeklärt, ob im Raum 308 ein besonderes Energiefeld existiert oder ob die Ausstattungsgegenstände diverse Gase ( z.B. Äther) aussondern, die zur Lähmung jeglicher Aktivität der Muskel- und Nervenbahnen führen. Letzten Endes ist kein Schüler vor diesen Auswirkungen gefeit, und meinerseits wechseln sich eigentümliches Kopfnicken und Aussetzen der Sehfähigkeit aufgrund spontaner Entspannung des Lidmuskels ab. Und das, ohne auch nur einem einzigen physikalischen Gesetz zu folgen. Von Energieerhaltung ist nichts zu spüren, nur das Trägheitsgesetz findet noch geringfügige Anwendung !

Jedoch all diese Schwierigkeiten ignorierend versuchen wir tapfer dem Unterrichtsstoff zu folgen und diesen zu verstehen. Aber auch die im Gehirn liegenden Nervenbahnen müssen betroffen sein, denn nur einzelne Wortfetzen erreichen die tieferen Sphären unserer Hirne. „Das Integral von I über der Zeit ist ... „ Ja was denn eigentlich? Und was zum Teufel hat diese Formel mit der vorherigen zu tun ? Man vereinfache also nur das Integral unter Nutzung mir persönlich nicht ganz nachvollziehbarer Logarithmengesetze und schon erhält man... BAHNHOF! So einfach ist das, oder ?!

Induktiver, kapazitiver, ohmscher, Blind-, Schein- und Gesamtwiderstand erscheinen nicht nur als, lediglich leicht verwirrende, Formeln an der Tafel, sondern durchsetzen immer mehr auch unser aller Arbeitshaltung.

Nebenan fängt plötzlich eine Stimme an zu singen und, zumindest solange Frau Rafler uns den Rücken zukehrt, schunkeln wir gemeinsam im Takt zu „Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt der Igel zu dem Stachelschwein... “(als Alternative soll auch der Hit „Biene Maja“ Erwähnung finden).

Als sich Frau Rafler umdreht, verfallen einzelne Schüler in einen hysterisch anmutenden, aber befreienden Lachanfall, der allerdings durch die Phrase „Sie sollten sich vielleicht besser umsetzen. Das könnte Ihrer Konzentration kaum schaden.“ sofort gestoppt wird. Ich persönlich verfalle nun in eine gewisse Lethargie und Frau Raflers Sprache wird mir immer unverständlicher.

Doch halt! Was war das? Ich habe etwas verstanden! Nur ein paar Worte zwar, aber immerhin einen ganzen Teilsatz : „[...] Wie wir am Anfang bereits festgestellt hatten [...]“ Was um Himmelswillen hatten wir aber am Anfang festgestellt?

Ich glaube das Letzte was ich festgestellt habe war, daß irgendetwas mit dem Physikraum nicht stimmt - irgendwas !!!