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Geboren am 3. Juli

Banal, banaler, am banalsten

Kaum vorzustellen, daß es schon wieder sieben Jahre her ist, als wir voller Spannung, aber auch einer gewissen Angst auf dem Schulhof standen, um unseren neuen Lehrer und Klassenverband kennenzulernen.Langsam kehrte Ruhe und Ordnung ein. Es stellte sich heraus, daß wir nun die Klasse 6c waren.
RENNER Das Staunen war nicht klein, als wir bemerkten, dieser junge Mann, der uns zuteilte, war kein Schüler der Oberstufe, sondern unser zukünftiger Klassenlehrer. Irgendwie waren wir erleichtert. Zurecht, wie sich in den folgenden 3 Jahren zeigen sollte, denn unser “Chef” war nicht nur die leistungsorientierte Lehrkraft, er war unser Freund. Wir konnten mit allen Problemen und Fragen zu ihm kommen, selbst nach der Unterrichtszeit. Daß diese Fürsorge nicht selbstverständlich war, bewies seine Wahl zum Vertrauenslehrer der gesamten Schule.

Seine jugendliche Aura bekamen wir jedoch nicht nur psychisch, sondern auch physisch zu spüren. Wie gern erinnern wir uns an die kilometerreichen Klassenfahrten. Ob nun im Harz oder an der Ostsee, uns war es vergönnt, die schöne Umgebung durch ausgiebige Wanderungen zu erkunden. Da kam es schon mal vor, daß man zentimetergroße Blasen an den Füßen hatte... Es war toll, immer 400-500 m hinter einem Naturbesessenen herzutrotten. Zum Glück hatten wir ein-, zweimal am Tag die Chance, bei einer dreiminütigen Rast auszuruhen.

Obwohl er uns solch qualvolle Torturen zumutete, waren wir nicht gerade erfreut darüber, daß er uns nach der 8. Klasse verlassen mußte. Die Tatsache, ihn abgeben zu dürfen, war schon schlimm genug, aber an unsere Elchfeinde, die a-Klasse - das war ein Skandal !

Trotz dieser abrupten Trennung gingen wir weiterhin einen gemeinsamen Weg, nämlich den der Geographie. Das war nicht gerade ein leichtes Los, denn wer die Hauptstadt von Burkina Faso nicht wußte, war bei ihm unten durch. Doch glücklicherweise gehört die banale Lösung ja zu unserem Allgemeinwissen, so daß wir bis zum Ende der 10. Klasse klar als Lieblingsklasse hervorgingen.

Daß einige von uns in der Kursstufe Sozialkunde und damit Geographie ab-wählten, traf ihn schwer. Er konnte nicht verstehen, wie diese wenigen, den, seit nun mehr als 5 Jahren gemeinsam beschrittenen, Lebensweg einfach so abbrechen konnten. Umso hämischer freute er sich über schlechte Punktwerte in seinem Konkurrenzfach. Obwohl einige diesen konsequenten Schritt unternommen hatten, sich dem Fach der Erdkunde zu entziehen, konnten sie aufatmen. Das Schicksal bescherte ihnen den bereits Verlorengeglaubten im Mathe-Grundkurs.

DA liegt Burkina Faso !!

Und sie dachten schon, sie würden ihn nicht wieder sehen. Welch ein Trugschluß! Bis zum bitteren Ende durfte er sie jetzt geleiten. Das war sowohl für die Schüler als auch für sein Lehrtalent eine anspruchsvolle Herausforderung, denn zum ersten mal hatte er in der Sek.II einen Mathekurs. Doch wie immer meisterte er auch diese banalste Aufgabe mit Bravour.

Herr Renner, wir bedanken uns bei Ihnen für die schöne Schulzeit und wünschen Ihnen zum Geburtstag alles erdenklich Gute !!!

Ihre Abiturienten ´98